Offener Brief zum Heizkostenzuschuss

Offener Brief zum Heizkostenzuschuss

Sehr geehrte Abgeordnete, sehr geehrte Landtagskandidierende,

wir wenden uns mit diesem gemeinsamen Brief des Allgemeinen Studierendenausschusses der Universität Duisburg-Essen und des Studierendenparlaments der Universität Duisburg-Essen an Sie als unsere Abgeordnete, um Sie auf die aktuelle Situation von Studierenden aufmerksam zu machen und Sie zu bitten, auf eine Verbesserung der derzeitigen Situation hinzuwirken.

Gegenwärtig sind viele Menschen von extremen Preissteigerungen im alltäglichen Leben, wie beim Einkauf im Supermarkt, beim Tanken an der Tankstelle oder beim monatlichen Abschlag für Strom betroffen. Auch für Studierende erwachsen hieraus große finanzielle Probleme. Sie wissen oftmals nicht, wie sie essenziele Dinge, wie Lebensmittel oder ihre Miete bezahlen sollen. Die Teilnahme an dem verpflichtenden Praxissemester stellt viele Lehramtsstudierende in Anbetracht der steigenden Spritpreise aktuell vor eine große Herausforderung, da sie oftmals Schulen zugewiesen worden sind, die aufgrund der schlechten Infrastruktur nicht mit dem ÖPNV zu erreichen sind und sie daher auf das Auto angewiesen sind. Die zusätzliche Belastung
wird auch durch die Anfragen an das Referat für Sozialpolitik sowie den Anträgen zur
Rückerstattung bzw. Übernahme des Mobilitätsbeitrags im Härtefallausschuss deutlich.

Die Folgen der Corona-Pandemie trafen viele Studierende besonders hart, da ein großer Teil ihre Jobs und somit oftmals die einzige Einnahmequelle zur Finanzierung des eigenen Lebens sowie Studiums verloren haben oder finanzielle Unterstützung durch die Familie weggefallen ist. Darüber hinaus entstanden Mehrkosten durch die Anschaffung von Webcams, Laptops oder einem leistungsfähigeren Internetzugang, um überhaupt an den Onlinesemestern teilnehmen zu können. Viele Studierende wurden bei der Bewältigung der finanziellen Situation von der Bundesregierung allein gelassen und verschuldeten sich in der Zeit, um weiterhin studieren zu können. Der AStA der Universität Duisburg-Essen hat sich aufgrund der unzureichenden Hilfe seitens der Bundesregierung dazu entschlossen, mehr Studierenden in finanzieller Notlage zu
helfen und das Finanzvolumen des Härtefallausschusses mehrfach erhöht. Hierfür wurde unteranderem das für das Campusfest 2020 vorgesehene Budget von 20.000 Euro eingesetzt. Darüber hinaus zeigten sich Fachschaften solidarisch mit ihren Kommiliton:innen und stellten dem Härtefallausschuss zusätzliche Gelder zur Verfügung. In den letzten zwei Jahren wurden seit Beginn der Pandemie insgesamt 1350 Anträge bewilligt und somit ca. 280.000 Euro von der Studierendenschaft zur Verfügung gestellt.

Die Studierendenschaft kann jedoch die Versäumnisse der Politik nicht allein auffangen. Gegenwärtig bedarf es daher kurzfristig und unbürokratisch einen Heizkostenzuschuss für alle Studierende unabhängig davon, ob sie BAföG oder Wohngeld erhalten oder nicht. Die aktuellen Regelungen führen dazu, dass nur knapp zehn Prozent der Studierende von dem staatlichen Heizkostenzuschuss profitieren. Daher fordern wir Sie auf, sich für alle Studierende gleichermaßen stark zu machen und sich für eine Verbesserung der derzeitigen Situation von Studierenden einzusetzen.

Über eine Rückmeldung und einem gemeinsamen Austausch zu der Thematik würden wir uns sehr freuen.

Referat für Öffentlichkeitsarbeit
oeffentlichkeitsreferat@asta-due.de